PKV Tarif wechseln / § 204 VVG

Raus aus der Kostenfalle —
Beitragserhöhungen nicht erdulden

Für viele Kunden haben die Beiträge zur privaten Krankenversicherung schmerzhafte Höhen erreicht. Was diese Kunden nicht wissen: Sie müssen exorbitante Beiträge bzw. weitere Erhöhungen nicht erdulden. Sie können ihr Tarifwechselrecht nach § 204 VVG nutzen und prüfen, ob der eigene Versicherer einen gleichwertigen, aber beitragsstabileren und damit günstigeren Tarif hat, den sie dank § 204 VVG für sich beanspruchen können. Oft sind Ersparnisse von mehr als 3.000 Euro pro Jahr möglich. Aber Vorsicht, einfach ist das nicht.

Die Beiträge für die private Krankenversicherung (PKV) steigen für viele langjährig versicherten Kunden seit Jahren stark an. Was sind die Gründe?

  1. Ein Grund ist der medizinische Fortschritt und eine immer bessere medizinische Versorgung der Menschen in Deutschland.

  2. Dazu kommt, dass die Versicherten im Durchschnitt älter werden. Die steigende Lebenserwartung führt in der PKV zu zusätzlich steigenden Beiträgen. Schließlich ist das Krankheitsrisiko für ältere Menschen höher als für Jüngere.

    Hauptsächlich durch diese beiden Faktoren steigen die Krankheitskosten und damit die Beiträge der PKV Kunden seit Jahren im Durchschnitt mit 3 % - 4 % p.a.

  3. Bei vielen Versicherten – nicht bei allen (!) – wirkt ein dritter Faktor beitragstreibend: Sie sind in einem Tarif, der unabhängig vom Leistungsniveau ein sehr schlechtes Verhältnis an Kranken zu Gesunden im Kollektiv aufweist, welches sich weiter verschlechtert. Dieser Faktor ist ausschlaggebend und führt zu überdurchschnittlichen Erhöhungen von zum Teil weit über 4 % jährlich und zu „teuren Tarifen“. Betroffen sind nach Schätzung von Minerva Kundenrechte 2,25 Mio. Personen (60 % der versicherten Erwachsenen ohne Beihilfeanspruch).

  4. Und in den letzten Jahren ist ein weiterer Faktor hinzugekommen: Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsen wird es für die PKV-Unternehmen immer schwieriger, die angesparte Alterungsrückstellung von aktuell 219 Mrd. Euro wie kalkuliert zu verzinsen. Die fehlende Vorsorge müssen alle Kunden durch höhere Beiträge ausgleichen. Dieser zusätzliche Erhöhungsbedarf trifft die „teuren Tarife“ – und darin die langjährig Versicherten – mit großen Alterungsrückstellungen am stärksten.

Wieso verteuern sich manche Tarife in der PKV stärker als andere Tarife?

Die von den Kunden zu zahlende Prämie in der PKV folgt nicht geschäftspolitischen Überlegungen wie beispielweise: Ein leistungsstarker Tarif sollte viel kosten, ein leistungsschwacher Tarif kostet wenig. Vielmehr muss sich die Prämie aufgrund gesetzlicher Vorgaben unabhängig vom Leistungsniveau aus den durchschnittlich Krankheitskosten der im jeweiligen Tarif Versicherten (Kollektiv) ableiten.

Hat ein Versicherungsunternehmen also mehrere (gleichwertige) Tarife im Sortiment, so ergeben sich daraus mehrere Kollektive. Und wenn die Tarife durch sogenannte Selektionsanreize systematisch Gesunde und Kranke unterschiedlich anziehen, prägen sich über die Jahre unterschiedliche Risiko-Mischungen in den Tarifen aus.

Beides zusammen führt zu folgender Logik: Unabhängig vom Leistungsniveau bleiben Tarife mit sehr gutem Verhältnis an Gesunden zu Kranken günstig. Hingegen werden Tarife mit schlechtem Verhältnis an Gesunden zu Kranken immer teurer. Für langjährig Versicherte in teuren Tarifen gilt daher: Das eigene PKV-Unternehmen hat einen gleichwertigen, aber deutlich günstigeren Tarif. Und dieser Tarif ist beitragsstabiler, will heißen: die Versicherten in diesem Tarif zahlen seit Jahren weniger. Dabei können sich die Beitragsunterschiede auf 100 % und mehr ausgeprägt haben: So zahlt ein Kunde 500 Euro während der andere für gleichwertige Leistungen beim selben Versicherer mit 1.000 Euro zur Kasse gebeten wird!

Warum ist für langjährige Kunden ein Tarifwechsel nach § 204 VVG – sachverständig durchgeführt – die einzig sinnvolle Möglichkeit, der Kostenfalle zu entkommen?

  1. In die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu wechseln ist nur eingeschränkt möglich. Wer über 55 Jahre ist, hat faktisch keine Chance mehr. Der Gesetzgeber möchte verhindern, dass junge Menschen die günstigeren Beiträge der PKV nutzen und dann, falls die Beiträge (im Alter) über denen der GKV liegen, in die GKV zurückkehren.

  2. Das Versicherungsunternehmen zu wechseln ist schädlich. Auf keinen Fall sollten verärgerte PKV Kunden dem Drängen von Versicherungs-Vermittlern (bzw. Maklern) nachgeben, die (nur) aus eigenen Provisionsinteressen zur Vertragskündigung beim bestehenden PKV-Unternehmen raten und den Abschluss eines neuen PKV Vertrages anbieten. Das schadet allen Kunden, die vor 2009 ihren Vertrag abgeschlossen haben, da in diesen Verträgen die angesparte Alterungsrückstellung – die den Beitragsanstieg im Alter dämpfen soll – vollständig und unwiederbringlich verloren geht.

  3. Bei Vorschlägen des eigenen Versicherungsunternehmens ist Vorsicht geboten. So muss bei einer Beitragserhöhung für alle Kunden ab Alter 60 auf günstigere Tarife hingewiesen werden. Diese Schreiben sind maschinell (d.h. nicht individuell) erstellt. Weder „der günstigste“ noch „der für diesen Kunden beste“ Tarif muss aufgeführt werden. In der Praxis sind die Tarifvorschläge tendenziell leistungsschwächere Tarife und systematisch (nahezu) nie der Tarif, der für den Kunden zielführend ist. Stattdessen finden sich regelmäßig die Sozialtarife der PKV: Standardtarif und Basistarif darunter.

  4. Der Standardtarif ist ein Versicherer-übergreifender Tarif, in dem in Summe weniger als 40.000 Personen versichert sind. Die Leistungen im Standardtarif unterscheiden sich beträchtlich von normalen PKV-Tarifen – sind also stark eingeschränkt. Die Krux: Behandler zu finden, die zu den stark beschränkten Standardtarifsätzen abrechnen, d.h. freiwillig auf ihr Recht verzichten, zu den höheren Regelsätzen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abzurechnen. Der Beitrag im Standardtarif erscheint (noch) verhältnismäßig günstig, ist aber in Relation zu den Leistungen schon recht hoch.

  5. Der Basistarif ist an den Standardtarif „angelehnt“ und wurde im Rahmen der Einführung der Versicherungspflicht für PKV-Versicherte 2009 kreiert. Inzwischen sind knapp 30.000 Personen darin versichert. Er hat ähnliche Leistungen und dieselbe Krux wie der Standardtarif, ist aber relativ teuer, weil in diesem Tarif unabhängig von Vorerkrankungen ohne Risikozuschläge Vertragszwang für die Versicherer besteht. D.h. im Basistarif werden alle diejenigen versichert, die in einem normalen PKV-Tarif nicht aufgenommen werden (können). Der Beitrag ist nach oben durch den Höchstbeitrag in der GKV begrenzt (Höchstbeitrag 2016: 665,29 Euro).

  6. Versicherungs-Vermittler (bzw. Makler) verdienen ihren Unterhalt durch Provision, die sie vom Versicherungsunternehmen erhalten. Für einen Tarifwechsel erhalten sie jedoch nichts, schließlich verliert das Versicherungsunternehmen Beiträge. Schlimmer noch: Da sich die Beiträge verringern würde, würde sich auch noch die Bestands-Provision reduzieren. Und sie würden gegen Ihren „Arbeitgeber“ agieren.

  7. Versicherungs-Vermittler (bzw. Makler), die neben dem Verkauf von Versicherungen ihre Dienste zum Tarifwechsel gegen Honorar anbieten, sind dazu weder befugt noch qualifiziert. Nach gängiger Rechtsauffassung dürfen Vermittler mit Zulassung nach § 34 d GewO nicht zum Tarifwechsel nach § 204 VVG gegen Honorar beraten. Daneben befähigt die Ausbildung zum Vermittler bzw. der Verkauf von Versicherungen nicht zu einer für den Kunden zielführenden Beratung zum Tarifwechsel nach § 204 VVG.

  8. Das Tarifwechselrecht nach § 204 VVG – sachverständig in Anspruch genommen – ist die einzige Möglichkeit, den steigenden Beiträgen zielführend entgegenzutreten. Angesparte Alterungsrückstellung und Leistungen können erhalten bleiben, wegen derer sich die Kunden einmal für die PKV entschieden haben und auf die sie gerade im Alter nicht verzichten wollen und nicht verzichten sollten. Der Kunde wechselt in einen gleichwertigen und beitragsstabileren Tarif und erhält wieder bezahlbare Beiträge.

Welche Rechte genau hat der Kunde aus § 204 VVG?

Seit 1994 gibt der Gesetzgeber mit § 204 VVG jedem PKV Kunden das Recht, unabhängig vom Alter und auch mit Vorerkrankungen in einen gleichartigen Tarif seines PKV-Unternehmen zu wechseln. Gleichartig bedeutet nicht automatisch, dass der neue Vollversicherungs-Tarif auch gleichwertige Leistungen vorsehen muss. Aber dieses Recht kann und sollte genutzt werden, um – auch gegen die Interessen des Versicherers – nicht nur in einen gleichartigen, sondern auch gleichwertigen und zugleich beitragsstabileren und damit günstigeren Tarif umzustellen.

Der Versicherer kann nur in Bezug auf die Mehr-Leistung im neuen Tarif – also für den Teil der Leistungen, der über den bestehenden Versicherungsschutz hinaus zusätzlich im neuen Tarif enthalten ist – einen Risikozuschlag verlangen. Diesen muss der Kunden nicht bezahlen, denn er kann diese zusätzliche Leistung im neuen Tarif abwählen. D.h. ohne den Einschluss der Mehrleistung besteht Kontrahierungszwang auf Seiten des Versicherers.

Für den Kunden ist es dabei wesentlich sicherzustellen, dass ausgehend vom bestehenden Tarif ein gleichwertiger und zugleich beitragsstabilerer Tarif ermittelt wird, und der Tarifwechsel rechtewahrend – d.h. ohne dass der Kunde aus Unwissenheit bestehende Rechte aufgibt – vollzogen wird. Hierfür ist der Kunde selbst verantwortlich. Dies reflektiert das Versicherungsunternehmen nicht für den Kunden, es ist dazu auch nicht verpflichtet.

Der Tarifwechsel ist – unabhängig von einer Beitragserhöhung – jederzeit unterjährig zum nächsten Monatsersten möglich.

Können Tarife mit gleichwertigen oder besseren Leistungen nachhaltig günstiger sein?

Die Tarifbeiträge entwickeln sich bei ein und demselben PKV-Versicherer systematisch unterschiedlich, weil der Versicherer, vor allem in der Art wie er Tarife gestaltet, unterschiedliche Selektionsanreize für Gesunde und Kranke setzt. D.h. Gesunde und Kranke wählen systematisch unterschiedliche Tarife. Die wesentlichen Selektionsanreize sind:

  1. Neu aufgelegte Tarife mit strengerer Risikobewertung: In diese Tarife werden nur Gesunde gelassen, Kranke durch (höhere) Risikozuschläge abgeschreckt.
  2. Risikoprüfung bei Tarifwechsel: Gesunde wandern bei einem Tarifwechsel uneingeschränkt in leistungsstarke Tarife, die Kranken hingegen werden durch (angedrohte) Risikozuschläge erfolgreich dazu „bewogen“ in leistungsschwächere Tarife zu gehen.
  3. Selbstbehalte: Gesunde finden Tarife mit eher höheren Selbstbehalten attraktiv und wählen diese, während Kranke meinen, ein niedriger Selbstbehalt sei richtig für sie.
  4. Hohe Beitragsrückerstattung (BRE): Diese bewirkt, dass Gesunde in Tarife mit hoher BRE verbleiben, während Kranke keine BRE erhalten und solche Tarife verlassen möchten bzw. bei einem Tarifwechsel Tarife mit hoher BRE nicht vorziehen.

Zusätzlich zu den Selektionsanreizen gibt es noch ein psychologisches Phänomen: Den Tarif wechseln hauptsächlich Gesunde, während Kranke eher hohe Beiträge hinnehmen bzw. sich von einem Tarifwechsel abschrecken lassen und im bestehenden Tarif verbleiben.

In Summe bleiben Tarife günstig, die für wechselwillige Gesunde attraktiv sind. Das sind leistungsstarke Tarife mit günstigem Beitrag (u.U. mit hoher Beitragsrückerstattung oder auch mit höherem Selbstbehalt). In teuren und leistungsschwächeren Tarifen verbleiben überdurchschnittlich viele Kranke und diese Tarife verteuern sich dadurch zusätzlich stärker.

Kann der Kunde im Alleingang sein Tarifwechsel-Recht wahrnehmen?

Jeder kann alleine einen Tarifwechsel durchführen. Jedoch sind die Ergebnisse, die Minerva KundenRechte nach durchgeführten Tarifwechseln im Alleingang begutachtet, bereuenswert. Die Fehler: Leistungen werden unnötig aufgegeben, aus Unkenntnis abstruse Risikozuschläge akzeptiert und nicht beitragsstabile Tarife gewählt. Oft wäre es dann sogar besser gewesen, im teuren Tarif zu bleiben. Und genau das ist es, was das Versicherungsunternehmen will und herbei zu führen weiß – keine Veränderung oder nur eine zu Gunsten des Versicherers. Kaum ein Kunde kann das im Alleingang verhindern.

Warum kommt es so weit? Weil der Kunde falsche Annahmen in Bezug auf das bestehende Vertragsverhältnis mit seinem Versicherungsunternehmen hat. Der Kunde nimmt an, dass sein Versicherer gesetzlich verpflichtet sei, ihm einen gleichwertigen und zugleich beitragsstabileren und damit günstigeren Tarif vorzuschlagen. Diese Frage reflektiert das Versicherungsunternehmen aber nicht für den Kunden – und es ist dazu auch nicht verpflichtet. Das Versicherungsunternehmen ist vielmehr Vertragspartei mit eigenen Interessen, die nicht mit denen des einzelnen Kunden übereinstimmen. Gleichwertige Leistung für weniger Beitrag für einen Bestandskunden und daraus resultierend ein geringerer Überschuss sind nicht mit den Interessen des Versicherungsunternehmens bzw. der Versichertengemeinschaft vereinbar.

Welche Fallstricke gibt es üblicherweise beim Tarifwechsel?

Kein PKV-Unternehmen sieht einen Tarifwechsel gerne bzw. möchte Wechselbewegungen zwischen den Tarifen haben. Neben der grundlegend unterschiedlichen Interessenslage führen auch kalkulatorische und operative Aufgabenstellungen zum Unwillen bei PKV-Unternehmen. Aus diesem Unwillen und aufgrund der Tarifvielfalt sowie der Modalitäten bei der Durchsetzung des Tarifwechsel-Rechts ergeben sich üblicherweise eine Reihe von Fallstricke für den Kunden. Einige sind sofort erkennbar, andere sind recht subtil.

  1. Hinhaltender Widerstand: Kunden-Anfragen werden beispielsweise monatelang nicht oder unvollständig bearbeitet. Oder der Kunde gerät am Telefon an schlecht ausgebildete Mitarbeiter, die ihm schlicht nicht weiterhelfen können oder falsche Auskunft geben, beispielsweise, dass es keinen günstigeren Tarif für ihn gäbe. Oder der Versicherer bedankt sich in einem Brief freundlich für das Interesse des Kunden und kündigt ihm Besuch von einem Außendienstmitarbeiter an, der ihm die Vorzüge des einmal abgeschlossenen Tarifs ein weiteres Mal vor Augen führt.
  2. Der optimale Tarif bleibt unbekannt: Der Ansatz des Versicherers ist es, den Kunden glauben zu lassen, dass Beitragsersparnisse nur möglich sind, wenn dieser bereit ist, auf Leistungen zu verzichten oder den Selbstbehalt zu erhöhen. Das führt zu Tarifalternativen, die nicht zielführend sind. Bis hin, dass die stark in den Leistungen eingeschränkten Sozialtarife der PKV: Standardtarif und Basistarif dem Wechselwilligen „nahegelegt“ werden. Da der Kunde nicht alle Wechselmöglichkeiten kennt, kann er nicht beurteilen, ob einer der angebotenen Tarife gut oder tatsächlich der Beste für ihn ist. Das andere Extrem: Der Versicherer konfrontiert ihn mit einer Flut von unterschiedlichen Tarifen und umfangreichen Informationen. Auch dies verbessert nicht die Entscheidungskompetenz des Kunden, da die Informationsflut ihn mehr verwirrt als informiert. Hierzu zählt auch, dass der Kunde mit der Aufgabe, welcher Tarif zu seinem bestehenden Tarif wirklich gleichwertige Leistungen hat, allein gelassen wird: „die Leistungsunterschiede ermitteln Sie bitte durch Vergleich der Tarifbedingungen“.
  3. Abschreckung durch Risikoprüfung: Dem Kunden wird mit einer Risikoprüfung „gedroht“, falls ein Tarif gewünscht wird, der eine sogenannte Mehr-Leistung beinhaltet – bei einem gleichwertigen Tarif nahezu immer der Fall. Der Kunde denkt, er müsse die gesamte Risikoprüfung, wie auch zu Beginn des Versicherungsverhältnisses üblich, erneut durchlaufen. Vor allem auf ältere Wechselwillige wirkt das abschreckend, denn sie fürchten hohe, nicht abwendbare Risikozuschläge. Zu Unrecht, denn geprüft wird beim Tarifwechsel nur der Bereich der Mehr-Leistung. Sollte sich ein Risikozuschlag ergeben, kann der Kunde die Mehr-Leistung abwählen und braucht den Zuschlag nicht zu bezahlen, worauf Versicherer oft nicht hinweisen. Ein weiterer Trick: Die dem Kunden auf Anfrage zugesandten neuen Tarifbeiträge beinhalten bereits „geschätzte“ Risikozuschläge, und – nachdem die Risikoprüfung noch bevorsteht – sind sie als „vorläufig“ gekennzeichnet. Dadurch erscheint dem Kunden der Tarif recht teuer und er erkennt den eigentlichen Tarifbeitrag nicht.
  4. Ungerechtfertigte Risikozuschläge: Nahezu immer sind die angebotenen Risikozuschläge entweder zu hoch oder ungerechtfertigt bzw. abwendbar. So werden nicht selten für den Einschluss einer geringfügigen Mehrleistung 100 Euro und mehr Risikozuschlag im Rahmen des Tarifwechsels verlangt. Oder der Versicherer zieht Diagnosen aus in der Vergangenheit abgerechneten Rechnungen heran, um einen exorbitant hohen Risikozuschlag zu begründen. Auch wenn diese Diagnosen schon lange nicht mehr bestehen oder – da unbestätigte Verdachtsdiagnosen – nie bestanden haben, hat der Kunde nun die Beweislast und muss dies durch ärztliche Atteste belegen, deren Kosten er selber zu tragen hat.

Wird es mit den neuen PKV Tarifwechsel-Leitlinien für den Kunden einfacher?

Lediglich 24 der über 40 Privaten Krankenversicherer in Deutschland haben letztes Jahr durch Selbstverpflichtung erklärt, ab dem 01.01.2016 „Kriterien einer guten Praxis des Tarifwechselrechts [...] im eigenen Unternehmen zu verankern“. Beispielsweise sollen die Versicherten bei Beitragsanpassungen bereits ab dem 55. Lebensjahr Tarifalternativen erhalten. Anfragen von Wechselwilligen sollen innerhalb von 15 Arbeitstagen beantwortet werden.

Allein der Umstand, dass nicht alle PKV-Unternehmen sich verpflichten wollen, den Kunden bei der Wahrnehmung des seit 1996 bestehenden und in § 204 VVG geregelten Tarifwechselrechts zu unterstützen, stimmt nachdenklich. Nicht beigetreten sind große PKV-Unternehmen wie beispielsweise Central, Continentale und Münchener Verein.

Die Leitlinien können als den Versuch betrachtet werden, eine heile Welt vorzuspiegeln, die es nicht gibt. Das ist eine gefährliche Täuschung des Kunden, bei der dieser Schaden nimmt. Denn die Tarifwechsel-Leitlinien behandeln die wesentliche Fragestellung des Kunden weiterhin nicht: Welcher gleichwertige Tarif ist zugleich beitragsstabiler und damit günstiger? Dienen die Leitlinien lediglich der Imagepflege der Branche? Jedenfalls wird das eigentliche Problem, der Interessenskonflikt, über eine solche Selbstverpflichtung nicht beseitigt.

Was bedeutet „man braucht einen sachverständigen Tarifwechsel-Berater“?

Ein PKV Tarifwechsel ist einfach, wenn man die Kundenrechte genau kennt, die Tarifwelt sowie die Tarifbedingungen des Versicherers versteht und dazu in der Lage ist, den Versicherer zu kontrollieren und sich mit ihm auseinander zu setzen. Ohne diesen Sachverstand besteht die Gefahr, in Fallstricke zu geraten und irreversible Fehler zu begehen.

Diese Sachverständigkeit zu erwerben und den Aufwand zu betreiben ist für den Kunden möglich, aber nicht nötig. Minerva KundenRechte ist ein aktuarieller Rechtsberater, der über die notwendige versicherungsmathematische Expertise und über langjährige Erfahrung verfügt, aus den relevanten Kernfunktionen in PKV-Unternehmen (Mathematik, Controlling, Leistungsregulierung, Risikoprüfung). Minerva KundenRechte hat eine Zulassung nach § 34 e GewO und ist in der Lage, einen zielführenden Tarifwechsel für den Kunden gegen ein angemessenes Honorar sicher und gefahrlos herbeizuführen.

Unter den bekannten Tarifwechsel-Anbieter findet sich neben der Minerva KundenRechte kein weiterer Berater, der die für einen zielführenden Tarifwechsel notwendige aktuarielle Expertise sowie versicherungsbetriebliche Erfahrung besitzt. Die meisten Anbieter waren und sind Versicherungsvermittler bzw. Makler mit Zulassung nach § 34 d GewO.

(§ 34 d GewO = Versicherungsvermittler, bedeutet: Bestehende Provisionsverträge mit Versicherern, werden also von diesen bezahlt;
§ 34 e GewO = Versicherungsberater, bedeutet: Es dürfen keine Verträge mit Versicherern bestehen oder Provision bzw. wirtschaftliche Vorteile von diesen angenommen werden).

Warum bietet Minerva KundenRechte einen sachverständigen Tarifwechsel-Service zu einem erfolgsbezogenen Honorar an, welches sich an der Ersparnis bemisst?

Minerva KundenRechte wird nur vom Kunden bezahlt. Das Honorar ist ersparnisbezogen und beträgt einmalig 60 % der erzielten Jahresersparnis zzgl. 19 % Mehrwertsteuer. Das Honorar ist nur im Erfolgsfall zu zahlen. Das wird von unseren Mandanten sehr gut angenommen, da dies kein finanzielles Risiko für sie bedeutet. Der Mandant kann seinen Tarif sachverständig überprüfen lassen und zahlt nur für den Fall, dass er die Lösung auch umsetzt. Berater und Mandant haben die gleiche Zielsetzung: Je größer die Ersparnis, desto größer das Honorar – unter der Bedingung, dass die Ersparnis nicht durch Reduzierung von Leistung erreicht wird. Diese Bedingung nimmt Minerva KundenRechte sehr ernst und hat den Beratungsprozess darauf ausgerichtet. Der Mandant erhält den Nachweis darüber in Form eines verbindlichen aktuariellen Gutachtens. Darin sind eventuelle Verschlechterungen in einzelnen Leistungsmerkmalen hervorgehoben und im Detail erklärt. Dadurch hat der Mandant zu den Leistungen die volle Transparenz und ist entscheidungskompetent.

Zum Abschluss exemplarisch einige Mandanten-Beispiele:

Wenn Sie privatversichert sind, ist dringend anzuraten, einen PKV Tarifwechsel zu prüfen. Bitte wenden Sie sich an einen professionellen Berater.

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